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Hochablass


descDer „höchst wichtige Ablass“ wurde erstmals im Jahr 1364 urkundlich erwähnt. Vermutlich leiteten die Augsburger jedoch schon früher von dieser Stelle aus Lechwasser in das Augsburger Kanalsystem.

 

Heute existiert mit dem Lochbachanstich an der Lechstaustufe 22 nur noch eine weitere Lechausleitung. Das war nicht immer so. Mindestens sieben Lechanstiche sind aus der Augsburger Geschichte bekannt. Darunter der Sebastiananstich oder der Reichskanal.

 

Das bedeutendste Ausleitungsbauwerk aber war und ist der Hochablass. Ein Blick in die Geschichte bestätigt diese Einschätzung. So wurde der Hochablass mehrmals von Hochwasserfluten zerstört und in großer Eile wieder aufgebaut.

 

Die gleiche Beharrlichkeit in der Wiederherstellung legten die Augsburger nach den zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen zu Tage, die die Stadt in ihrer langen Geschichte heimsuchten. Im Jahr 1596 löste der Hochablass sogar einen „Wasserkrieg“ zwischen Augsburg und Bayern aus, in dem man sich schließlich gütlich einigte.

 

Um Feinde abwehren zu können, errichtete man wahrscheinlich Anfang des 18. Jahrhunderts (nach dem Spanischen Erbfolgekrieg von 1701-1712) am Westufer des Hochablasses eine Wehranlage. Sie ist heute noch in Form einer Geländeaufschüttung gut zu erkennen.

 

Warum der Hochablass genau dieser Stelle errichtet wurde, hat ganz bestimmte Gründe. Einerseits bildet der Fluss hier an seinem Westufer einen natürlichen Prallhang, von dem aus sich das Wasser optimal ausleiten lässt. Außerdem war das der nächst gelegene Ort zur Stadt, der mit einer Höhe von 485,5 m ü. NN das notwendige Gefälle für den Zufluss von Wasser in die Stadt aufwies.

 

Der Vorgänger des heutigen Hochablasses war ein Streichwehr in Holz-Stein-Konstruktion. Nach seiner Zerstörung durch das Hochwasser im Juni 1910 (siehe Foto unten) errichtete man den Hochablass in seiner heute bekannten Stahlbetonkonstruktion.

 

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(Fotos: Thomas Baumgartner, Stadt Augsburg/Regio Augsburg Tourismus GmbH)